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Montag, 6. April 2020

Frühlingsgefühle

Wunderbar! Endlich habe ich (wieder) Blumen auf der Terasse!
Heute ist eine von den tollen Helfern aus der Corona-Hilfegruppe zum Blumenmarkt gefahren und ich habe zum ersten mal in meinem Leben mit Hilfe von Whatsapp eingekauft.

Das Wetter ist die letzten Tage wunderbar frühlingshaft. Ich war ganz fleissig und habe gestern und vorgestern angefangen ein Gemüsebeet anzulegen. Das ist aber ein anderes Thema.

Heute freue ich mich einfach darüber, dass die Terasse endlich wieder schön aussieht. Was auch daran liegt, dass Manni den Terassentisch fertig gestrichen hat.
Heute will ich mich einfach nur freuen!

Ich habe lange auf der Terasse gesessen und den Frühling und die neuen Blumen genossen. Einfach mal keine Masken nähen, einfach mal keine schlechten Nachrichten hören, einfach nur freuen! Ich hab mir eine Flasche Rotwein aufgemacht und mich auch daran erfreut, dass ich das letztes Jahr, zu dieser Zeit lange wegen meiner Krankheit nicht konnte. Zum Schluss noch ein paar Kerzen angezündet und den Abend ausklingen lassen.

Freitag, 3. April 2020

noch ein bisschen Oster-Deko


Gestern habe ich ja meine Häschenschule-Hasen vorgestellt.
 ...und? gefunden?


Üppige Dekoration sieht ja nun anders aus. Mir gefällt es aber so.

Ein kleines Körbchen auf dem Tisch mit Trockenstrauss. Frische Blumen wären mir zwar lieber, aber da ich mir die ja nun nicht kaufen kann, ist das auch ok.


Da freu ich mich doch, dass ich auf meine Osterdeko aus den letzten Jahren zurückgreifen kann. Genau, wie meine Weinachtsdeko wird sie nach Gebrauch in Kartons verpackt und im nächsten Jahr wieder hervorgeholt.


So ist mein Oster-Trockenstrauss nun schon 3 Jahre alt, die kleinen Küken, die ich sehr mag erfreuen mich seit über 15 Jahren und die gelbe Osterkerze ist sogar schon ca. 40 Jahre alt. Die stand Ostern schon bei uns, als meine Kinder noch klein waren.

Schade, dass meine Enkel, Tom und Jesper, nicht herkommen können. Letztes Jahr haben sie hier die Ostereier gesucht. Dieses Jahr werden sie die bei sich zu Hause finden.

Ich hätte den Kleinen gerne meine Hasen und Küken gezeigt. Aber erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt...
Zum Glück kann ich mich auch ganz alleine an meinen schönen und vielleicht auch mal kitschigen Dinge erfreuen. Und der Manni freut sich glaub ich auch ein bisschen dran. Zumindest würde er spätestens zu Ostern fragen: "Sag mal, hast du dieses Jahr gar nicht dekoriert?"

Nein, ich tu ihm unrecht. Er mag es auch schön und sträubt sich überhaupt nicht, wie man es manchmal von Männerrn hört. Im Gegenteil... Nicht nur, dass er jedesmal beim Suppe essen fast in Begeisterungstürme ausbricht (soweit ein gebürtiger Ostwestfale, der die meiste Zeit in Norddeutschland gelebt hat sowas kann), ob unserer schönen Suppentassen. Nein, allein im letzten halben Jahr hat er freiwillig 2 Lampen für toll befunden, die ich auch toll fand, die wir aber eigentlich nicht brauchten und doch gekauft haben, weil sie so schön sind und ein Windlicht wollte er sogar selber haben! Das finde ich zwar auch schön, hätte es aber selber gar nicht gekauft, weil ich schon gar nicht mehr weiss, wohin mit allen Windlichtern.
Ja, der Manni mags auch schön und hat Spass an schönen Dingen.

Und so haben wir es gemeinsam schön hier. Also noch viel, was ich hier zeigen kann.

Donnerstag, 2. April 2020

Alte Hasen

In 10 Tagen ist Ostern und auch in Pandemiezeiten gehört für mich Deko dazu.



Ein absolutes Muss sind meine Hasen aus der Häschenschule.

Die habe ich, ich weiss es nicht genau, ich glaube 2003 oder 2004, zusammen mit meiner Freundin Christa ((Kiki) in Oldenburg entdeckt.

Christa hat sich die 2 kleinen Hasenmädchen gegönnt und ich den Lehrer (Lempel) und  den Hasenhans.
Zu Hause bei uns in Hude durften sie dann, solange Christa noch bei uns zu Besuch weilte, zusammen am Fenster stehen.


 
Das ich die Firguren haben musste, war völlig klar, denn ich habe das Buch "Die Häschenschule" von Albert Sixtus und Fritz Koch-Gotha in meiner Kindheit in den 1960ern kennen- und lieben gelernt.

Nein, ich habe es nicht zur Einschulung bekommen, wie viele andere Kinder. Das war durchaus üblich, denn bis in die späten 60er wurden die Kinder in Deutschland nach Ostern eingeschult. Wenn denn überhaupt neben Ostereiern, Süssigkeiten und einem Osternestchen etwas geschenkt wurde, was durchaus nicht in allen Familien damals üblich war, dann gab es Spielzeug-Stoffhasen und Bilderbücher. Wenn dann gerade das Kind in die Schule kam, war das Buch natürlich die Häschenschule.


Aber ich bin auf ganz anderem Weg an das Buch gekommen.

Meine Mutter hatte entfernte Verwandte irgendwo auf einem Bauernhof im Sauerland - auf dem Ardey, wo immer das ist....

Erzählt hat sie von den Leuten dort, aber ich kann mich nicht mehr erinnern was. Aber ich kann mich erinnern, dass wir, meine Mutti, mein Vati und ich Mitte der 1960er dort hin gefahren sind. Ich muss muss damals so zwischen 5 und 7 Jahre alt gewesen sein.

Dort habe ich das erste Mal in meinem Leben ein Plumpsklo gesehen und fand es furchterregend. Ich hatte Angst, ich würde auf Nimmerwiedersehen in dem Loch verschwinden. Auch meine erste Kröte habe ich dort entdeckt und den leckersten Quark meines Lebens gegessen. Die alte Tante dort nannte ihn "Hotten".
Irgendwann war es mir wohl zu langweilig, während sich die Erwachsenen unterhielten und ich bin über den Hof gestromert und habe viele, für mich merkwürdige Dinge entdeckt.

Eines davon war ein Joch für Wassereimer. (Wer kein Joch kennt, das ist eine Tragevorrichtung aus Holz über den Schultern zu tragen, an denen an beiden Seiten eine Last baumelt.)
Das Teil war wohl schon uralt und wurmstichig. Der Bauer hat mir dann erklärt, wofür es ist und ich wollte es ausprobieren.
Tja, aber auf kleinen Kinderschultern hält sowas nicht gut und ...plumps... ist mir das wurmstichige Teil von den Schultern gerutscht und zerbrochen.  

Boah, hat der Bauer geschimpft und getobt!!! Über 100 Jahre wäre es alt und und und...
und ich hab Rotz und Wasser geheult... weil ich es ja nicht kaputt machen wollte, weil ich in dem Alter nichts von wurmstichigem Holz wusste, weil mir der fremde schreiende und tobende Bauer Angst machte.

Und dann kam die Bäuerin, die Tante, nahm mich bei der Hand und führte mich ins Haus.

Wie auch immer sie mich getröstet hat, weiss ich nicht mehr, aber ich weiss, dass sie es tat. Als ich wieder tränenfrei war, hatte ich ein Buch in den Händen. 
Es hatte eine Widmung auf der ersten Seite, denn es war ein Geschenk der Tante und des Bauern an Ihren Sohn zu Ostern 1936. Ich bekam also ein Buch, dass 30 Jahre alt war und eine der wenigen greifbaren Erinnerungen der Bauersleute an ihren Sohn, denn der war zum Ende des Krieges 1945 als Teenager eingezogen und wurde in den letzten Kriegstagen getötet. 
Damals war mir das nicht so bewusst, was das für ein Geschenk war, dass mich da tröstten sollte, aber heute um so mehr.

Damals im Krieg waren Bücher und Geschenke für Kinder nicht selbstverständlich und auch, trotz Wirtschaftswunders war ein Buch in den 60ern ein tolles Geschenk.

So habe ich die Häschenschule kennengelernt. 
Das Buch ist einfach drollig und wenn jetzt wer sagt, es sei nicht zeitgemäss, dann widerspreche ich. Bücher müssen nicht zeitgemäss sein. Sie spiegeln die Welt wieder, zu der sie geschrieben wurden. Damals zog man Kindern (leider) die Ohren lang, wenn sie unartig waren. Allerdings vermittelt das Buch auch, wer aufpasst und über Gefahren bescheid weiss, der kann ihnen entgehen (Der Fuchs auf der Lauer, der die Hasen fangen will).
Wie auch immer, ich habe das Buch meinem Enkel Tom vor 5 Jahren zu Ostern geschenkt.

Die Häschenschule und auch die Figuren - das ist für mich ein gutes Stück Ostern.